Lipödem – eine folgenschwere Frauenkrankheit

Die Beine werden mit Einsetzen der Pubertät dicker, die Oberarme zeigen frühzeitig das berühmte Winkfleisch. Die Beine werden schwer wie Blei. Zwischen Körper und Beinen liegen oft mehr als 4 Kleidergrößen. Unerträgliche Schmerzen in den Gliedmaßen reagieren kaum auf Schmerzmittel und machen das Leben zur Qual. Das Leid der Betroffenen ist unsagbar, kleinste Vergnügungen wie unbeschwertes Schwimmen werden unmöglich. Scham, falsche Schuldgefühle und mehr oder weniger stille Vorwürfe aus der Umgebung spielen eine Rolle.

Doch mit Dicksein hat das alles gar nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine genetische, nur Frauen betreffende Erkrankung des Fettgewebes. Diese endet unbehandelt in der Elefantiasis. Hierbei speichern zahlenmäßig vermehrte Fettzellen ungebremst Wasser und lassen das Fettgewebe schmerzhaft aufquellen. Die Krankenkassen  erkennen das Krankheitsbild an sich zwar an, akzeptieren jedoch nur durch Gerichtsurteile die einzige Methode mit einer Chance auf Heilung: die radikale Liposuktion. Darunter versteht man die möglichst vollständige Entfernung der vergrößerten Wasserspeicher. Methodisch hervorragend hat sich dabei die Wasserstrahl-Liposuktion bewährt, bei der während der Absaugung das Gewebe kontinuierlich betäubt wird. Auf diese Art ist der Eingriff schmerzfrei, eine Narkose ist nicht notwendig. Nach der Operation haben die Patienten nur muskelkaterartige Beschwerden. Die Park-Klinik Blankenese  und Ihr Chefarzt, Dr. Schikorski, gehören seit vielen Jahren zu den führenden Operateuren dieses Krankheitsbildes. Lebenslange konservative Behandlungen mit Lymphdrainagen und Stützstrümpfen bewirken auf Dauer gar nichts. Therapieabbruch ist dabei die Regel: Wer kann oder will schon von der Pubertät bis zum 70-igsten Lebensjahr wöchentlich zur Behandlung gehen und sich im Sommer wie im Winter mit Stützstrumpfhosen der Klasse II herumplagen. Außerdem kann es Komplikationen geben, weil die Verordnung von Kompressionskleidung ohne vorausgehende Dekompression durch fachgerechte Lymphdrainagen eine Schnürfurchenbildung begünstigt, Lymphbahnschäden verursachen kann und den fatalen Übergang in ein Lymphödem fördert.

Heute müssen fast alle Patienten noch ihr Grundrecht auf eine Behandlung nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und eine Kostenübernahme durch die Kassen vor den Sozialgerichten einklagen. Oder Sie müssen den Versuch unternehmen, durch die Einschaltung der Massenmedien ihre Kasse unter Druck zu setzen. Erste Einzelfallentscheidungen wegen Therapieversagens sind schon rechtskräftig geworden. Doch die Patienten müssen sich auf einen langen Kampf einstellen. Diesen sollten sie auch führen, für sich und in ihrer Verantwortung für andere, die davon ebenfalls betroffen sind.

Die Park-Klinik Blankenese ist bestrebt, hierbei jede Unterstützung zu gewähren.

Leider herrscht in der Diskussion um dieses Krankheitsbild eine wahrhaft babylonische Sprachverwirrung mit unscharfen Definitionen, hinter denen sich die Kassen prima verstecken können, um eine Anspruchsleistung zu verweigern.

Die ersten, die sich mit dem Lipödem beschäftigten, waren nämlich Phlebologen und Lymphologen. Das sind Ärzte, die sich mit Venenleiden und Lymphbahnstörungen auseinandersetzen. Die wollen natürlich das Problem aus ihrem Fachgebiet heraus erklären. Allerdings finden sich in der Regel keine entsprechenden Veränderungen bei einem Lipödem. Wenn ja, dann handelt es sich nach meiner Überzeugung um eine Überlagerung verschiedener Krankheitsbilder oder um eine falsche Diagnose. Ein Venenleiden kann natürlich eine ödematöse Stauungssymptomatik verursachen, das ist dann aber ein Phlebödem. Genauso führt eine Schädigung der Lymphbahnen zur eiweißreichen Ödembildung mit wegdrückbaren Dellen und allmählicher Verhärtung des Gewebes. Die Flüssigkeit wird beim Lymphödem zwischen den Zellen gespeichert. Auch hier kann eine Liposuktion die Beschwerden lindern. Bei einem Lipödem füllen sich Dellen nach Druck auf das ödematöse Gewebe sogleich wieder auf, denn die Flüssigkeit wird innerhalb der Zellen gespeichert. Also muß man schon bei der Krankheitsdefinition sauber trennen: das Lipödem zeigt nur in Verbindung mit anderen Erkrankungen Symptome einer Lymphstauung.

Finden aber phlebologische (Venenplethysmografie oder Phlebografie) und lymphologische Untersuchungen (Lymphszintigrafie) nicht vor der Operation statt, wird Antragstellern das Fehlen objektivierbarer Befunde vorgehalten und die Leistung verweigert. Aus Sorgfaltsgründen und nicht wegen des Lipödems ist eine derartige Untersuchung aber sinnvoll, um nicht selbst einer Fehldiagnose zu unterliegen. Die Krankenkassen befürchten wohl auch nicht zu Unrecht gehäufte Versuche, alleinige Fettleibigkeit zu Ihren Lasten behandelt zu sehen.

Zu den obigen typischen Befunden des Lipödems (schwere Beine, schmerzhaftes Fettgewebe, knotige Fettgewebsvermehrung an Beinen und gelegentlich den Armen) kommt eine Neigung zu blauen Flecken. Ein weiteres Symptom findet sich in lange nachfederndem Fettgewebe an den Oberschenkelvorderseiten, wenn diese seitlich angestoßen werden. Dazu kommen eine flaschenförmige Deformierung der Beine und zunehmende Schnürfurchen an den Fesseln. Die Füße sind von dem Krankheitsbild primär nicht betroffen. In späteren Stadien entstehen oft herabhängende Haut-Fettlappen, die beispielsweise über den Schuhrand herunter hängen und Geschwüre bilden können. Sogar ein Übergang in ein Lipo-Lymphödem ist bei ausreichendem Gewebedruck der Fettpolster durch Abknicken der Lymphbahnen und nachhaltiger Schädigung derselben möglich.

Fazit

Die alleinige konservative Behandlung wäre grundsätzlich lebenslang notwendiger Nihilismus. Endgültig heilen kann man die Krankheit nicht. Aber eine langjährige Beschwerdelinderung kann durch eine sanfte und umfassende Liposuktion möglich werden. Diese Behandlung erlaubt  zumeist auch die Wiederherstellung einer weitgehend ästhetischen Körperform.

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