Lipödem – eine folgenschwere Frauenkrankheit

Die Beine werden mit Einsetzen der Pubertät dicker, die Oberarme zeigen frühzeitig das berühmte „Winkfleisch“.  Die Beine werden schwer wie Blei. Zwischen Körper und Beinen liegen oft mehr als 4 Kleidergrößen. Unerträgliche Schmerzen in den Gliedmaßen reagieren kaum auf Schmerzmittel und machen das Leben zur Qual. Das Leid der Betroffenen ist z. T. unsagbar. Kleinste Vergnügungen, wie unbeschwertes Schwimmen oder Tanzen, werden unmöglich. Scham, falsche Schuldgefühle und mehr oder weniger stille Vorwürfe aus der Umgebung spielen eine Rolle. Oft endet der unauflösliche Konflikt in „Frustfresserei“ und sekundärer Fettleibigkeit.

Doch mit Dicksein hat das Krankheitsbild gar nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine hormonelle, nur Frauen betreffende Erkrankung des Fettgewebes. Diese endet unbehandelt oft in der Elefantiasis. Hormonbedingt bilden sich regional massenhaft vermehrte, normal große Fettzellen, das Fettgewebe erscheint schmerzhaft aufgequollen. Die Krankenkassen  erkennen das Krankheitsbild an sich zwar an, akzeptieren jedoch nur die für das Lymphödem entwickelte klassische physikalische Entstauungstherapie nach Földi mit Lymphdrainagen und lebenslanger Kompressionskleidung der Klasse II.  Da das Lipödem aber niemals mit einem Ödem einhergeht ist diese Behandlung grundsätzlich sinnlos, heilen kann nur die radikale, an den Lymphbahnen ausgerichtete Liposuktion. Darunter versteht man die möglichst vollständige Entfernung der betroffenen Zellen. Methodisch hervorragend hat sich dabei die Wasserstrahl-Liposuktion bewährt, bei der während der Absaugung das Gewebe kontinuierlich betäubt wird. Auf diese Art ist der Eingriff nahezu schmerzfrei, eine Narkose ist nicht notwendig. Nach der Operation haben die Patienten nur muskelkaterartige Beschwerden. Die Park-Klinik Blankenese  und Ihr Chefarzt, Dr. Schikorski, gehören seit vielen Jahren zu den führenden Operateuren dieses Krankheitsbildes. Lebenslange konservative Behandlungen mit Lymphdrainagen und Stützstrümpfen bewirken auf Dauer gar nichts. Therapieabbruch ist dabei die Regel: Wer kann oder will schon von der Pubertät bis zum 70-igsten Lebensjahr wöchentlich zur Behandlung gehen und sich im Sommer wie im Winter mit Stützstrumpfhosen der Klasse II herumplagen. Außerdem kann es Komplikationen geben, weil falsche Kompressionskleidung eine Schnürfurchenbildung begünstigen, und Lymphbahnschäden verursachen kann und den fatalen Übergang in ein Lipo-Lymphödem fördert.

Heute müssen fast alle Patienten noch vergeblich ihr Grundrecht auf eine angemessene Behandlung nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und eine Kostenübernahme durch die Kassen vor den Sozialgerichten in langjährigen Prozessen einklagen. Oder Sie müssen den Versuch unternehmen, durch die Einschaltung der Massenmedien ihre Kasse unter Druck zu setzen. Erste Einzelfallentscheidungen wegen Systemversagens, welches aber mit einem Versagen der Therapie rein gar nichts zu tun hat, sind schon rechtskräftig geworden. Doch die Patienten müssen sich auf einen langen Kampf einstellen. Diesen sollten sie auch führen, für sich und in ihrer Mitverantwortung für andere, die davon ebenfalls betroffen sind. Auf keinen Fall sollten Betroffene, auch nicht in der Vorbereitung, auf die Hilfe eines Fachanwalts für Medizinrecht verzichten!

Die Park-Klinik Blankenese ist bestrebt, hierbei jede Unterstützung zu gewähren.

Leider herrscht in der Diskussion um dieses Krankheitsbild eine wahrhaft babylonische Sprachverwirrung mit unscharfen Definitionen, hinter denen sich die Kassen und Gerichte bis hinauf zum BGH prima verstecken können, um eine Anspruchsleistung zu verweigern.

Die ersten, die sich mit dem Lipödem beschäftigten, waren Phlebologen und Lymphologen. Das sind Ärzte, die sich mit Venenleiden und Lymphbahnstörungen auseinandersetzen. Die wollen natürlich das Problem aus ihrem Fachgebiet heraus erklären. Allerdings finden sich in der Regel keine entsprechenden Veränderungen bei einem Lipödem. Wenn ja, dann handelt es sich um eine Überlagerung verschiedener Krankheitsbilder oder um eine falsche Diagnose. Ein Venenleiden kann natürlich eine ödematöse Stauungssymptomatik verursachen, das ist dann aber ein Phlebödem. Genauso führt eine Schädigung der Lymphbahnen zur eiweißreichen Ödembildung mit wegdrückbaren Dellen und allmählicher Verhärtung des Gewebes. Die Flüssigkeit wird beim Lymphödem zwischen den Zellen gespeichert. Auch hier kann eine Liposuktion die Beschwerden lindern. Bei einem Lipödem füllen sich Dellen nach Druck auf das aufgequollene Gewebe sogleich wieder auf, denn Flüssigkeitsspeicherung findet allenfalls innerhalb der Zellen statt. Also muß man schon bei der Krankheitsdefinition sauber trennen: das Lipödem zeigt nur in Verbindung mit anderen Erkrankungen Symptome einer Lymphstauung.

Finden aber phlebologische (Venenverschlußplethysmografie oder Phlebografie) und lymphologische Untersuchungen (Lymphszintigrafie) nicht vor der Operation statt, wird Antragstellern das Fehlen objektivierbarer Befunde vorgehalten und die Leistung verweigert. Aus Sorgfaltsgründen und nicht wegen des Lipödems ist eine derartige Untersuchung aber sinnvoll, um nicht selbst einer Fehldiagnose zu unterliegen. Die Krankenkassen befürchten wohl auch nicht zu Unrecht gehäufte Versuche, alleinige Fettleibigkeit zu Ihren Lasten behandelt zu sehen.

Zu den obigen typischen Befunden des Lipödems (schwere Beine, schmerzhaftes Fettgewebe, knotige Fettgewebsvermehrung an Beinen und gelegentlich den Armen) kommt eine Neigung zu blauen Flecken. Ein weiteres Symptom findet sich in lange nachfederndem Fettgewebe an den Oberschenkelvorderseiten, wenn diese seitlich angestoßen werden. Dazu kommen eine flaschenförmige Deformierung der Beine und zunehmende Schnürfurchen an den Fesseln. Die Füße sind von dem Krankheitsbild primär nicht betroffen. In späteren Stadien entstehen oft herabhängende Haut-Fettlappen, die beispielsweise über den Schuhrand herunter hängen und Geschwüre bilden können. Sogar ein Übergang in ein Lipo-Lymphödem ist bei ausreichendem Gewebedruck der Fettpolster durch Abknicken der Lymphbahnen und nachhaltiger Schädigung derselben möglich.

Fazit

Die alleinige konservative Behandlung ist grundsätzlich ein lebenslang notwendiger Nihilismus. Beseitigen kann man nur das Fettgewebe und damit die zugrunde liegende, krankhafte Fehlanlage. Aber eine langjährige Beschwerdelinderung kann durch eine gewebeschonende und umfassende Liposuktion möglich werden. Diese Behandlung erlaubt zumeist auch die Wiederherstellung einer weitgehend ästhetischen Körperform, denn unsere ästhetische Leitlinie ist vor allem die Muskelsilhouette, der man sich durch die großflächige Entfernung des gewucherten Fettgewebes wieder annähert. Primäres Ziel der Behandlung aber ist die Beseitigung unerträglicher Dauerschmerzen

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